Täglich frisches Obst? Logistik macht’s möglich

Veröffentlicht am: 25.11.2019 | Autor: Die Transportbotschafter | Kategorie(n): Logistikwissen

Logistik bringt Lebensmittel aus unterschiedlichen Herkunftsländern in den Einzelhandel

Äpfel aus Chile, Erdbeeren aus Spanien, Tomaten aus den Niederlanden: In deutschen Supermärkten sind Lebensmittel aus der ganzen Welt oft das ganze Jahr über verfügbar. Laut Statista stellt der Handel mit Lebensmitteln den größten Teilmarkt des Einzelhandels dar. Die Deutschen geben für Lebensmittel jährlich mehr als 200 Milliarden Euro aus und die Sortimentsbreite steigt seit vielen Jahren an.

Ohne Logistik geht es auch bei der Versorgung mit Lebensmitteln nicht. Egal, ob Verbraucher online ordern, im stationären Einzelhandel oder regional in Hofläden kaufen. Hierzulande sind die Supermarktregale prall gefüllt mit Fleisch und Wurstwaren, Molkereiprodukten, Wein und Spirituosen, Back- und Süßwaren, Convenience-Produkten sowie Feinkost. Die meisten nehmen es gelassen hin, wundern sich nur selten über die Erdbeeren im Winter oder sind verärgert, wenn ein gewünschtes Produkt mal ausverkauft ist.

Bei frischen Gütern kommt es auf Schnelligkeit an

Viele Produkte oder Rohstoffe müssen importiert werden und ohne eine ausgeklügelte Lieferkette wären die Waren für den Handel nicht stets vor Ort verfügbar. Die Anforderungen an Lebensmittellogistiker sind hoch. Die Nachfrage schwankt erheblich, viele Waren sind verderblich und müssen bei Lagerung und Transport besonders sorgsam behandelt werden. Bei frischen Gütern kommt es vor allem auf Zuverlässigkeit und Schnelligkeit an.

Lebensmittellogistiker müssen Kühlketten strikt einhalten und auch Zwischenlagerungen erfordern einen hoch sensiblen, hygienischen Umgang mit den Produkten. Eine Zertifizierung nach dem International Food Standard (IFS)-Standard ist unerlässlich. Sein Fokus liegt auf der Lebensmittelsicherheit und der Qualität der Prozesse und Produkte.

Doch spezialisierte Logistiker beliefern nicht nur den Handel, sondern auch die Lebensmittelproduktion, Gastronomiebetriebe, Großverbraucher und weiterverarbeitende Unternehmen der Ernährungsindustrie. Sie tragen dafür Sorge, dass die richtigen Mengen zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sind. Wo nötig werden die temperaturempfindlichen Produkte in der Spanne von -20° C bis +30° C transportiert und gelagert. Dafür müssen die Logistiker ihr Personal entsprechend schulen sowie temperaturgeführtes und temperaturüberwachtes Fahrzeugequipment einsetzen. Täglich rollen tausende dieser LKW durch Deutschland. Wer frische oder verderbliche Waren transportiert, darf auch sonntags fahren.

Lebensmittellogistik unterliegt strikten Dokumentationspflichten

Lebensmittellogistiker organisieren die Wareneingänge ihrer Kunden oder unterstützen sie bei der Präsentation der Waren, das heißt, sie bestücken Displays oder liefern die versandgerechte Verpackung. Sie bringen Etiketten auf den Produkten auf oder relabeln die Waren. Bei allem Tun müssen sie zahlreiche Gesetze, Verordnungen und Hygieneanforderungen einhalten und unterliegen einer umfangreichen Dokumentationspflicht. Ohne eine moderne Lagermanagementsoftware, die Prozesse um das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), Temperaturführung oder Chargenrückverfolgung lückenlos abbildet, läuft in dieser Branche nichts.

Das Geschäft unterliegt vielen Herausforderungen. Ziel ist es, die Transportwege für Lebensmittel möglichst effizient zu gestalten. Doch Fahrer verplempern oft wertvolle Lenkzeit im Stau oder müssen an den Handelsrampen warten, bis sie entladen können. Hier bestünde ein erhebliches Optimierungspotenzial. Denn diese Warte- und Standzeiten können weitere Verspätungen nach sich ziehen. Der Ärger mit den Kunden ist vorprogrammiert. Dabei würde die Versorgung ohne Lebensmittellogistiker hierzulande schnell zusammenbrechen.