Ruhe für Fahrer: Lkw-Parkplätze an Autobahnen anders ausrichten

Veröffentlicht am: 29.01.2020 | Autor: Die Transportbotschafter | Kategorie(n): Sicherheit

Blick auf Lkw-Stellplätze an einer Autobahn. Die Fahrerkabine ist in Richtung der Fahrbahn ausgerichtet.

Schon mal versucht, neben einem Staubsauger einzuschlafen? Mit bis zu 70 Dezibel zerrt das Haushaltsgerät an unseren Nerven, kein Mensch würde auf die Idee kommen, sein Nachtlager daneben aufzubauen. Doch so laut ist es auch neben einer stark befahrenen Autobahn. Kaum vorstellbar, dass Lkw-Fahrer bei vergleichbarer Geräuschkulisse auf dem Autobahnrastplatz in ihrem Truck in den Schlaf finden. Doch das müssen sie, soll es am anderen Morgen wieder hellwach auf die Strecke gehen.

Lkw-Fahrerhaus ist dem Schalldruck direkt ausgeliefert

Aus Sicht der Transportbotschafter sind nicht allein die 30.000 fehlenden Lkw-Parkplätze an Deutschlands Autobahnen ein Problem. Sicherheitsrisiken sind auch damit verbunden, dass Fahrer nachts kaum Ruhe finden, um Kraft für ihren stressigen Job zu tanken. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine nächtliche Lärmbelastung von maximal 45 Dezibel. Wird dieser überschritten, könne kein Mensch ruhig und erholsam schlafen.

Doch Lkw-Parkplätze sind in aller Regel so angelegt, dass die Fahrerhäuser in Richtung Fahrbahn zeigen. In dieser Schrägparkformation trifft der Schalldruck durch vorbeifahrende Fahrzeuge frontal auf das Fahrerhaus und setzt den Fahrer, der sich hinter zugezogenen Gardinen in seiner Kabine für einige Stunden aufs Ohr legen will, erheblichem Stress aus. Daran ändert auch das von der EU beschlossene Kabinenschlafverbot nichts: Fahrer werden im Einklang mit den Vorschriften zur wöchentlichen Ruhezeit auch weiterhin in ihren Kabinen übernachten müssen.

Lkw-Parkplätze mit mehr Abstand zur Autobahn

Unsere Forderung: Neue Parkplatzkonzepte müssen her! Deshalb begrüßen die Transportbotschafter den Vorstoß des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur unter Andreas Scheuer. Dabei geht es den Transportbotschaftern jedoch nicht allein um Ideen zur besseren Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten auf Rastanlagen. Ebenso wichtig ist aus unserer Sicht eine Parkplatzgeometrie, die es dem Lkw-Fahrer ermöglicht, seinen Truck so abzustellen, dass die Ladefläche und nicht die Fahrerkabine zur Autobahn zeigt. Denn wer so parken kann, gewinnt nicht nur mehr Abstand zum Dauerlärm; auch der Schalldruck, der durch den Autobahnverkehr nonstop erzeugt wird, würde seine volle Wucht verlieren.

Ebenso sinnvoll ist es, Pkw-Stellplätze in der Nacht für Lkw nutzbar zu machen. Sie sind dann ohnehin kaum belegt und meistens etwas weiter von der Autobahn entfernt. Allerdings müssten dafür die neuerdings häufig verbauten Zufahrtsschranken für hohe Fahrzeuge geöffnet werden.

Scheuers Fünf-Punkte-Plan um einen Punkt erweitern

100 Millionen Euro will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer 2020 in besseres Lkw-Parken investieren. Bestandteil seines Fünf-Punkte-Plans sind der Einsatz von Parkleitsystemen oder telematische Parkverfahren, die eine optimale Auslastung der vorhandenen Kapazitäten ermöglichen. Ein weiterer Punkt könnte die ruhefördernde Ausrichtung der Parkplätze an Autobahnrastplätzen sein. Auch dafür setzen sich die Transportbotschafter mit ihrer Petition an die Politik ein. Mach‘ mit – auch Deine Stimme zählt!

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