Limburg: Wie können sich Lkw-Fahrer vor Überfällen schützen?

Veröffentlicht am: 15.10.2019 | Autor: Die Transportbotschafter | Kategorie(n): Sicherheit

Sicherheit: Lkw stehen vor einem Schild, das vor Überfällen warnt

Als am Montagnachmittag des 7. Oktober ein Kühlzug mitten im hessischen Limburg in wartende Pkw raste, wurden neun Menschen verletzt. Der Lkw stammt von einem mittelständischen Logistiker und wurde gestohlen: Ein Mann riss an einer roten Ampel die Fahrertür auf und zwang den Fahrer aus seinem Truck. Der wurde dabei leicht verletzt und konnte nur hilflos mit ansehen, wie der Täter mit seinem 40-Tonner in Richtung Innenstadt fuhr. Der Hergang erinnert an die Anschläge von Berlin und Nizza vor drei Jahren. Der Schock sitzt nicht nur beim Fahrer und dessen Unternehmen tief.

Diskussion um Anschnallgurt und Notbremsassistent

Glücklicherweise ist die Tat vergleichsweise glimpflich ausgegangen. Sie hat aber auch bei Fahrern in Facebook viele Fragen aufgeworfen. Wieso konnte der Täter die Tür des Trucks einfach aufreißen? War der Berufskraftfahrer überhaupt angeschnallt oder wie war es möglich, dass er aus seinem Lkw gezerrt werden konnte? Wieso hat er sich nicht gewehrt? War sein Notbremsassistent womöglich ausgeschaltet und hat daher das Auffahren auf die wartenden Pkw nicht verhindert?

Mögliche Antworten sind rein spekulativ, solange die Untersuchungen nicht abgeschlossen sind. Zudem wäre es vermessen, darüber zu urteilen, ob sich der Berufskraftfahrer falsch verhalten hat. Schließlich weiß keiner, wie er selbst in einer solchen Situation reagieren würde.

Sicherheit für Berufskraftfahrer

Für die Transportbotschafter ist der Vorfall jedoch Anlass genug, die Debatte um die Sicherheit für Berufskraftfahrer zu eröffnen.

  • Sollen Berufskraftfahrer auf derlei Überfälle vorbereitet werden?
  • Ist es nötig, dass sie ein Selbstverteidigungstraining absolvieren?
  • Wie können sie sich vor Übergriffen besser schützen oder ihnen vorbeugen?
  • Müssen sich Fahrer in ihren Fahrerhäusern einschließen, damit so etwas wie in Limburg nicht wieder passiert?

Schreibt uns eure Meinung!

Sicherheitssysteme als Standard im Lkw

Technische Sicherheitssysteme, die längst serienmäßig in modernen Lkw verbaut sind, wie Abstandsregeltempomat, Notbremsassistent, Spurhalte- und Spurwechselassistenten, Reifendruckerkennung, Rückfahrkameras oder die Sprachsteuerung bei der Eingabe von Daten ins Navigationssystem, unterstützen die Fahrer schon heute sinnvoll bei ihrer Arbeit. Sie schützen sie im Verkehr und helfen Unfälle zu vermeiden.

Abbiegeassistenten sollen ab 2022 Pflicht in Lkw und Bussen werden. Lang-Lkw müssen sogar schon ab dem kommenden Jahr mit Abbiegeassistenten ausgestattet sein. Sie verhindern, dass Lkw-Fahrer schwächere Verkehrsteilnehmer wie Rad- und Rollerfahrer sowie Fußgänger beim Rechtsabbiegen übersehen. Nach schrecklichen Lkw-Unfällen will die Politik in der bayerischen Landeshauptstadt nach dem Vorbild Wiens sogar Lkw das Rechtsabbiegen verbieten, sofern sie nicht über einen Abbiegeassistenten verfügen. Ob das sinnvoll und möglich ist, kann nur ein Versuch zeigen.

Klar ist, bei der steigenden Anzahl von Fahrzeugen auf unseren Straßen kommen Transportunternehmen heutzutage ohne Fahrerassistenzsysteme nicht mehr aus. Wir sind sogar der Meinung, dass kein Spediteur aus Kostengründen auf moderne Lkw-Sicherheitstechnik verzichten sollte, denn die Kosten, die im Zusammenhang mit einem Unfall geschultert werden müssen, sind bei weitem höher. Kostet ein Unfall Menschenleben, ist der Verlust und Schaden mit Geld ohnehin nicht zu bezahlen.

Auch der Truck der Transportbotschafter, ein Freightliner Cascadia, verfügt über zusätzliche Sicherheitsfeatures wie Seitenabstandswarner, Spurhalteassistent und eine Frontkamera mit 180-Grad-Sicht, damit wir die Botschaft des Vereins: „Everybody needs logistics“ so sicher wie nur irgend möglich transportieren können.

Sieh dir dazu auch noch einmal das Video zu den Sicherheitssystemen des Trucks an.