Vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt: Die Weltreise eines T-Shirts

, ein Beitrag von Nicole de Jong
Vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt: Die Weltreise eines T-Shirts

Ohne Logistik geht nichts. Nicht nur, dass Supermärkte täglich mit Waren zum Teil aus aller Welt beliefert werden, auch Textilien haben mitunter eine halbe Weltreise hinter sich, bevor wir sie am Körper tragen. Stellvertretend für das Trikot der Düsseldorfer EG haben die Transportbotschafter ein T-Shirt virtuell begleitet. Überraschendes Ergebnis: Bevor es zum Verkauf im deutschen Einzelhandel angeboten wird, hat das T-Shirt vom Rohstoff bis zur Produktion bereits zehntausende Kilometer zurückgelegt.

Doch wie ist das möglich? Das Hauptmaterial des T-Shirts ist Baumwolle. Die größten Plantagen befinden sich in China und den USA, wo es warm und sonnig ist. Per Containerschiff beispielsweise aus Kalifornien gelangen die Baumwollfasern zu Fabriken in die Türkei oder nach China, wo sie maschinell zu Garn verarbeitet werden. Der Weg dorthin: 11.000 km.

Das fertige Garn wird nicht selten ins 8.000 km entfernte Taiwan transportiert. Dort entstehen mit Hilfe von Strickmaschinen tonnenweise Stoffe. Diese werden im nächsten Schritt gebleicht, damit sie nicht mehr gelblich, sondern reinweiß sind - eine Grundvoraussetzung für das Färben. Oftmals geht die Reise dafür weiter ins 8.700 km entfernte Polen. Zwischenstand: 27.700 km von der Baumwolle bis zum farbigen Stoff!

Allein der Transportaufwand ist riesig

Danach geht's (zurück) nach China, Bangladesch oder Indien. Nach weiteren rund 6.700 km Wegstrecke schneiden fleißige Arbeiter und Arbeiterinnen die Stoffe zu und nähen daraus täglich tausende von T-Shirts. Der Bedarf ist groß: Alleine wir Deutschen geben jährlich rund 70 Milliarden Euro für Kleidung aus. Und dann? Gebügelt und verpackt fahren die fertigen T-Shirts endlich mit dem Schiff nach Deutschland - etwa 30 Tage dauert die Reise auf dem offenen Meer bis der Containerriese in Hamburg anlegt - das macht weitere 7.200 km auf der Reiseroute. Danach geht's in die Feinverteilung: per Bahn oder Lkw an die Zieldestinationen, den deutschen Einzelhandel.

Und wer denkt, dass die Reise hier zu Ende ist, täuscht sich. Viele Verbraucher geben T-Shirts, die sie nicht mehr tragen, in die Altkleidersammlung. Von dort werden sie ins benachbarte Holland in Sortierfabriken gebracht. Die noch guten Kleidungsstücke wiederum fahren mit dem Schiff nach Afrika, wo sie zum Kilopreis für Secondhandmärkte verkauft werden.

Der Transportaufwand von Textilien ist riesig, das verdeutlichen die Recherchen im Auftrag der Transportbotschafter. Die meisten Verbraucher ahnen davon nichts und deshalb lautet die zentrale Botschaft also auch hier: „Everybody needs logistics”.

Sieh dir jetzt auch noch einmal das Video vom Weg des Trikots der Düsseldorfer EG an.

Autorin Nicole de Jong ist Journalistin im Redaktionsnetzwerk von 3F Kommunikation


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