Unikat auf Europas Straßen: Ein umgebauter US-Truck ist das Zugpferd der Transportbotschafter

, ein Artikel geschrieben von Reinhard Pfeiffer
Der Showtruck der Transportbotschafter. Ein grün-blau folierter Freightliner Cascadia, Modell 2019.  Bildunterschrift: Ist beim Aufmacher-Bild nicht vorgesehen, oder?

Damit US-Trucks in Europa fahren dürfen, müssen sie aufwendig umgebaut werden. Vier Monate hat die Verwandlung eines Freightliner Cascadia zum Zugpferd der Transportbotschafter gedauert. Die Metamorphose ist gelungen. Herausgekommen ist ein einzigartiger Showtruck, der seit heute auf Deutschlands Straßen unterwegs ist und als mobile Kommunikationsplattform des Vereins die Blicke auf sich zieht.

Er ist der Mercedes unter den US-Trucks. Ein eleganter Langhauber, der sich stromlinienförmig in den Fahrtwind streckt. Produziert von Daimler Trucks in Colorado Springs gehört der Freightliner Cascadia zu den modernsten und komfortabelsten Zugmaschinen, die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unterwegs sind.

Doch wer die schmucken US-Brummer auf dem europäischen Kontinent bewegen will, braucht eine EU-Zulassung. Dafür muss der Truck aufwendig umgebaut werden. In Deutschland kommt dabei niemand an Willi Klekamp vorbei. Seit 30 Jahren ist sein Unternehmen Klekamp Nutzfahrzeuge in Hasbergen bei Osnabrück offizieller Händler für Freightliner und weitere amerikanische Lkw-Marken in Deutschland.

Begeisterndes Design, moderne Technik, viel Komfort

Für die Transportbotschafter hat Klekamp einen neuen Freightliner Cascadia, Modell 2019, aus Atlanta über Antwerpen und Bremerhaven nach Deutschland importiert. 18 Tage hat die Reise über den großen Teich gedauert, drei Tage die Verzollung, vier Monate der Umbau nach EU-Norm.

Es war der Entschluss von Jens Thiermann, Vorsitzender des von ihm gegründeten Vereins „Die Transportbotschafter“, einen US-Truck zum Zugpferd der Transportbotschafter zu machen. Begeisterndes Design, moderne Technik, viel Komfort: „Es ist die Begeisterung, die einem mit diesem außergewöhnlichen Lkw an jeder Straßenecke begegnet“, sagt Thiermann. Außerdem sei das Fahrerhaus mit vier Sitzen im Gegensatz zu deutschen Fabrikaten so groß und komfortabel, dass man problemlos Interviews darin führen könne.

Kaffeemaschine, Mikrowelle, Kühlschrank, Fernseher: Dank des von Klekamp eingebauten Spannungswandlers, der statt 12 jetzt 230 Volt liefert, lässt sich die Großraumkabine häuslich einrichten. Besonders luxuriös ist das 1,20 Meter breite Bett des Freightliners Cascadia; Fahrzeughersteller aus Deutschland messen der Schlafstätte in der Regel nur 70 oder 80 Zentimeter zu. „Kein US-Trucker würde sich jemals auf eine solche Pritsche schlafen legen“, sagt Markus Klekamp, Willis Sohn. Klappt man das Bett hoch, kommt eine Sitzecke zum Vorschein, auf der man es sich selbst auf dem Autohof an der A3 gemütlich machen kann.

Die Umrüstung unseres Showtrucks in Bildern:

Mehr Platz als die EU erlaubt

Doch soviel Luxus braucht mehr Platz als es die EU nach geltenden Normen erlaubt. Während in Amerika die Gesamtlänge eines LKW nicht reglementiert ist, dürfen Sattelzüge in Europa nicht länger als 16,50 Meter sein. Klekamp kürzte also den Auflieger in seiner Metallwerkstatt auf das vorgeschriebene Maß ein. Bei der Zugmaschine musste er Tempo herausnehmen: Obwohl der 557 PS starke 15-Liter-Motor problemlos 125 Stundenkilometer schafft, musste vorschriftsmäßig auf 89 km/h gedrosselt werden. Antrieb liefert ein Euro-6-Mercedes-Motor mit 12-Gang-Automatikgetriebe, der bis zu 2300 Newtonmeter auf die Straße bringt.

Auch beim Thema Sicherheit haben die Transportbotschafter im Zuge der Fahrzeugmodifikation des Freightliner Cascadia nicht gespart: Verbaut wurden zusätzlich Seitenabstandswarner, ein Spurhalteassistent und eine Frontkamera mit 180-Grad-Sicht. Beleuchtete Seitenschürzen, die knapp bis über den Asphalt herunterreichen, sorgen für einen perfekten Unterfahrschutz und gute Aerodynamik. „Das Fahrzeug ist in dieser Ausführung ein Unikat in Europa“, sagt Willi Klekamp.

Kaum weniger auffällig als die Zugmaschine präsentiert sich der blau-grün folierte Auflieger des US-Trucks. Er zeigt die Porträts einer stilisierten Menschenmenge und transportiert die Botschaft des Vereins: „Everybody needs logistics“.

Autor Reinhard Pfeiffer ist Journalist und Geschäftsführer von 3F Kommunikation.


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