Der Mensch und der Müll: Wie Logistik für saubere Städte sorgt

, ein Beitrag von den Transportbotschaftern
Zusammengepresstes Verpackungsmaterial

Es klingelt. Der Paketbote. Er bringt die online bestellte, sehnsüchtig erwartete Ware. Der Karton ist schnell aufgerissen, das neue Smartphone in Betrieb genommen. Was bleibt ist ein Haufen Verpackungsmüll. Lieber doch nicht mehr im Internet shoppen? Auch wer im stationären Handel kauft, bekommt praktisch nichts ohne Verpackung. Selbst Obst und Gemüse aus biologischem Anbau sind häufig in Plastikfolie eingeschweißt.

Deutschland ist europäischer Spitzenreiter bei der Herstellung und beim Verbrauch von Verpackungen. Jeder Bundesbürger produziert dem Umweltbundesamt (UBA) zufolge durchschnittlich 226,5 Kilogramm Verpackungsmüll pro Jahr. Tendenz steigend. Denn die Menschen leben zunehmend alleine und kaufen entsprechend mehr Einzelpackungen. Zudem soll alles einfach sein: Die Suppe wird nicht mehr selbst gekocht, sondern die Tüte aufgerissen oder eine Pizza bestellt.

Ohne Verpackung geht's oft nicht. Sie gewährleistet, dass die Ware beim Fallen oder gegen Stöße und Temperaturschwankungen geschützt ist und unbeschädigt beim Kunden ankommt. Einige große Händler haben bereits auf automatisiertes Verpacken umgestellt. Dabei errechnet das System anhand der gescannten Artikel automatisch die optimale Verpackungsgröße. Dennoch verwenden viele Versender Standardverpackungen, die sie in größerer Stückzahl und damit preiswerter einkaufen. Ist eine Größe aus, wird zur nächstgrößeren gegriffen und somit oftmals viel Luft mitverschickt.

Verpackungslogistik für eine bessere Umweltbilanz

Die Verpackungslogistik gewinnt als Teilgebiet der Logistik zunehmend an Bedeutung - aus Kostengründen, aber auch für eine verbesserte Umweltbilanz. Einige Hersteller und sogenannte „Erstinverkehrbringer“ wie der Online-Handel verwenden zunehmend recycelbare Materialien. Auch optimierte, platzsparende Verpackungen kommen häufiger zum Einsatz. Sie bedingen ein geringeres Transportvolumen und sorgen so dafür, dass beim Transport mit Lkw weniger CO₂ ausgestoßen wird. Potenzial zur Vermeidung bieten Mehrwegversandverpackungen, die sich im Online-Handel aber noch nicht etabliert haben.

Ohne Entsorgungslogistik geht's also nicht. Ihre Aufgabe ist es, Abfälle aller Art zu sammeln, zu sortieren, zu verpacken, zu lagern und schließlich zu Wertstoffhöfen oder Müllverbrennungsanlagen zu transportieren. Sie müssen zahlreiche Vorschriften, Auflagen und Gesetze einhalten wie etwa das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Dessen Ziel ist es, dass die natürlichen Ressourcen geschont sowie Abfälle so weit wie möglich reduziert und möglichst umweltfreundlich entsorgt werden.

Früher ging es schlicht darum, Abfälle zu beseitigen, inzwischen hat man erkannt, dass Abfälle wertvolle Rohstoffe sind, die effektiv genutzt werden können, um natürliche Ressourcen zu schonen. Abfall vermeiden heißt, weniger Rohstoffe zu verbrauchen und Umweltbelastungen zu verringern. Abfall verwerten bedeutet, dass Rohstoffe und Energie in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden.

Deshalb sind fast täglich Entsorgungslogistiker mit Spezialfahrzeugen auf unseren Straßen unterwegs, um abzuholen, wofür keine Verwendung mehr besteht. Ihre Logistikkonzepte sind so ausgelegt, dass sie kleine ebenso wie große Mengen wirtschaftlich sammeln können. Ohne Logistik geht's also auch beim Thema Müll nicht. Die Transportbotschafter möchten daher einmal Danke sagen, allen, die zuverlässig dafür sorgen, dass unsere Städte und Dörfer nicht vermüllen und wir unsere Abfälle lediglich in die Tonnen vor dem Haus werfen müssen.


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